Grandioser Schachsport mit großer Resonanz, spannenden Partien und einem Sieg des Fide-Meisters beim Gastgeber Schachclub Heuchelheim

Noch routinierter ging am Samstag, den 7. Februar die dritte Auflage des Heuchelheimer Winterblitzturnieres über die Bühne. Mit 100 Anmeldungen und weiteren Interessenten, waren die Organisatoren des Schachclubs Heuchelheim, rund um Turnierleiter Markus Bernath, an der räumlichen Grenze angelangt. Das Mehrzweckgebäude in Kinzenbach war sichtlich gefüllt und die Atmosphäre vor Turnierbeginn intensiv.
Nach den Begrüßungsworten des Vorsitzenden Frieder Rinsland ergriff Bürgermeister Lars Burkhard Steinz das Wort. Er selbst spiele nur rudimentär Schach, bewundere aber die Tätigkeit des Schachvereins der letzten Jahre und verwies auf die exzellente Jugendarbeit im Verein. Er sagte dem Verein weitere Unterstützung zu und wünschte, vor allem den Kindern und Jugendlichen, viel Erfolg beim bevorstehenden Turnier. Anschließend gab Turnierleiter Markus Bernath einige organisatorische Informationen und veröffentlichte die ersten Paarungen.
88 Teilnehmer, darunter 26 Kinder und Jugendliche, trafen in 15 Spielrunden im Fischermodus mit einer Bedenkzeit von nur 3 Minuten mit 2 Sekunden Inkrement pro Zug aufeinander. Wenig überraschend überstanden die Spieler mit den großen Wertungszahlen die ersten vier Runden verlustpunktfrei. Doch in Runde 5 lassen Shanawaz Thabrez, Himmelspacht und Reiffenrath (später Platz vier, fünf und sechs) erste Punkte liegen. Volker Weil aus Limburg lässt in Runde vier mit Weiß einen halben Punkt zurück, übernimmt aber durch eine Niederlage des späteren Turniersiegers in Runde 8 zwischenzeitlich die Führung, eher er sie in Runde 10 durch zwei folgende Remis wieder abgeben musste.
Der später auf dem dritten Platz gelandete Ivan Mastiuk verliert das Duell um Platz 1 in der sechsten Runde und hat dann auch im Kampf um Platz 2 das Nachsehen in Runde 7. Damit wurde das Rennen um das Podium tatsächlich zum Fernkampf. Der Turniersieger Volodymyr Medvedyk brachte seinen Vorsprung beeindruckend souverän ins Ziel und wurde nur von Weil und Shanawaz besiegt.
Im übrigen Teilnehmerfeld war es nicht minder spannend. Vor allem die jugendlichen Eigengewächse Theo Lachmann und Matthias Henzelmann zeigten immer wieder ihr Können. Häufig kam es zu packenden Matches, vertrackten Stellungen unter teils massivem Zeitdruck. Zunehmend schlichen sich Phasen von Unkonzentriertheit ein, so dass es nicht ausblieb, dass bei regelwidrigen Zügen der Schiedsrichter zur Zeitergänzung eingreifen musste. Mit Harald Locke und Felix Hilgert standen hier zwei versierte Schiedsrichter bereit, die von Turnierleiter Markus Bernath unterstützt wurden. Sie beobachteten einen absolut fairen Wettstreit mit einer durch und durch von gegenseitiger Wertschätzung geprägten Atmosphäre.
Weit angereiste Schacher aus Nürnberg, Kaiserslautern, Koblenz, Fulda und Darmstadt, sowie erfahrene Wiederholungstäter, Gerhard Orwatsch und Thorsten Eckhardt, lobten den zügigen Turnierablauf, die fantastische Organisation sowie die angenehme Lokalität und die angemessenen Getränkepreise. Der Vorsitzende des SC Heuchelheim, Frieder Rinsland, fand dementsprechend passende abschließende Worte bei der Siegerehrung. Er bedankte sich herzlich für die fairen Spiele bei den Teilnehmern, für die Organisation, Versorgung und Durchführung bei den Helfern im Verein und für die Materialleihgaben des Schachklubs Marburg, ohne die das Event nicht hätte stattfinden können.
Zum Abschluss des Events wurden die Gewinner prämiert. Platz 1 in der Gesamtwertung ging an den stark spielenden Volodymyr Medvedyk mit 13 von 15 möglichen Punkten. Volker Weil von der SV Lahn Limburg belegte mit 10 Siegen und drei Remis Platz 2 vor Ivan Mastiuk vom SK 1858 Gießen, der mit 11,5 Punkten, also punktgleich mit Weil, Dritter wurde. Bester Jugendspieler (U18) wurde Shahzaib Shanawaz Thabrez mit beachtlichen 11 Punkten und damit Platz 4 der Turnierrangliste. Sehr knapp konnte Sophie Reis die Frauenwertung vor der punktgleichen Zarema Sydykova (beide SK 1858 Gießen) für sich entscheiden. Stephan Ziska vom Schachforum Darmstadt 1994 wurde als punktstärkster Senior prämiert. Christian Reiffenrath (TWZ 1900-1999, 10/15), Maxim Himmelspacht (TWZ 1800-1899, 10,5/15), Samuel Fast (TWZ 1700-1799, 10/15), Kilian Waluga (TWZ 1600-1699, 8/15), Peter Reiß (TWZ 1500-1599, 7,5/15) und Manfred Klug (TWZ < 1500, 8,5/15) gewannen jeweils ihre Ratinggruppen. Bester Heuchelheimer Spieler wurde nach durchwachsenem Turnierstart und starken Partien in der zweiten Turnierhälfte der talentierte Theo Lachmann mit neun Siegen.
Wer Lust aufs Schachspielen bekommen hat, kann den Heuchelheimer Schachclub mittwochs im Alten Rathaus Heuchelheim (Brauhausstraße 26) besuchen. Kinder- und Jugendschach findet ab 16 Uhr statt, Erwachsene sind ab 18 Uhr herzlich willkommen. Jeden ersten Mittwoch im Monat (nächster Termin: 1.4.26) findet das traditionelle Monatsblitzturnier ab 18.30 Uhr statt.
Text: Tim Gilbert, SC Heuchelheim